
Beim Umstieg auf eine Wärmepumpe dreht sich fast alles um die Anlage: Leistung, Jahresarbeitszahl, Förderung. Wo das Außengerät steht und worauf, wird oft erst besprochen, wenn der Heizungsbauer schon einen Liefertermin hat. Das ist die falsche Reihenfolge. Denn die Außeneinheit steht danach 15 bis 20 Jahre an genau dieser Stelle, und nachträglich verschieben heißt: Fundament aufstemmen, Leitungen neu verlegen, Fläche wiederherstellen.
Wir bauen diese Fundamente, die Anlage selbst installiert Ihr Heizungsbauer. Was uns dabei auffällt: Die vier Punkte, an denen es später klemmt, lassen sich alle vorher klären, und zwar in einem Gespräch von zwanzig Minuten. Darum geht es in diesem Artikel.
Der Standort entscheidet sich am Schall, nicht am Platz
Die häufigste Reihenfolge ist: Man sucht die Ecke, wo das Gerät am wenigsten stört, und stellt es dorthin. Die richtige Reihenfolge ist umgekehrt: Man prüft zuerst, wo die Anlage die Schallwerte an der Nachbargrenze einhält, und wählt aus den verbleibenden Stellen die praktischste.
Maßstab ist die TA Lärm. Sie legt fest, wie laut es beim Nachbarn ankommen darf, gemessen 0,5 m vor der Mitte des geöffneten Fensters des am stärksten betroffenen Raums. Entscheidend ist fast immer der Nachtwert, denn eine Wärmepumpe läuft im Winter auch um drei Uhr morgens.
| Gebietstyp | tags (6–22 Uhr) | nachts (22–6 Uhr) |
|---|---|---|
| Reines Wohngebiet | 50 dB(A) | 35 dB(A) |
| Allgemeines Wohngebiet | 55 dB(A) | 40 dB(A) |
| Misch- und Dorfgebiet | 60 dB(A) | 45 dB(A) |
| Gewerbegebiet | 65 dB(A) | 50 dB(A) |
Was das praktisch bedeutet: Schall nimmt mit dem Abstand ab, bei einer frei stehenden Quelle um etwa 6 dB pro Verdopplung der Entfernung. Von 3 auf 6 Meter Abstand zur Grenze gewinnen Sie also ungefähr so viel wie durch ein deutlich teureres, leiseres Gerät. Meter sind hier billiger als Technik.
- Nicht in Innenecken aufstellen: Zwei angrenzende Wände reflektieren den Schall und heben den Pegel spürbar an. Frei stehend ist fast immer leiser als eine vermeintlich geschützte Ecke.
- Ausblasrichtung weg von der Nachbargrenze und weg von Schlafzimmerfenstern, auch von den eigenen.
- Keine schallharte Fläche direkt davor: Eine gepflasterte Wand gegenüber wirft den Schall zurück.
- Den Herstellerwert im Datenblatt beachten: Angegeben wird meist der Schallleistungspegel. Was beim Nachbarn ankommt, ist der Schalldruckpegel, und der hängt vom Abstand ab.
Frostfrei gründen, sonst hebt es im Winter
Ein Fundament, das nicht tief genug sitzt, wird vom Frost angehoben. Bei einer Wärmepumpe ist das nicht nur ein optisches Problem: Hebt sich eine Seite, verspannen sich die Anschlussleitungen, und genau dort sitzen die Verbindungen, die dicht bleiben müssen.
- Aushub bis unter die Frostgrenze. In Deutschland wird üblicherweise mit 80 cm gerechnet, in höheren Lagen wie dem Vogelsberg gehen wir tiefer.
- Schottertragschicht lagenweise einbauen und verdichten, nicht in einem Zug auffüllen. Warum das so wichtig ist, steht ausführlich im Beitrag zur Hofeinfahrt.
- Darauf Ortbeton oder gesetzte Fertigteile, waagerecht ausgerichtet und mit ebener Auflagefläche.
- Auflagerpunkte so anordnen, wie es die Montageanleitung des Geräts vorgibt: Die Last soll unter dem Rahmen ankommen, nicht in der Mitte der Bodenwanne.
Was wir regelmäßig vorfinden und wieder ausbauen: Gehwegplatten, die direkt ins Erdreich gelegt wurden, oder Rasengittersteine als Unterlage. Beides sackt innerhalb weniger Winter ab, weil darunter kein tragfähiger, verdichteter Aufbau liegt.
Körperschall: freistehend statt an die Hauswand
Der Verdichter erzeugt nicht nur Luftschall, sondern auch Vibration. Sitzt das Gerät auf einer Konsole an der Hauswand, wandert diese Vibration als Körperschall direkt ins Mauerwerk und ist in den Räumen dahinter als tiefes Brummen hörbar, oft ausgerechnet dort, wo man es am wenigsten gebrauchen kann.
- Wo Platz ist, ein freistehendes Fundament setzen, ohne starre Verbindung zum Gebäude.
- Zwischen Gerät und Fundament gehören Schwingungsdämpfer. Sie kosten wenig und sind der wirksamste einzelne Handgriff gegen Körperschall.
- Auch die Leitungen entkoppeln: Eine starr durch die Wand geführte Leitung überträgt Vibration genauso wie eine Konsole.
- Wenn eine Wandkonsole unvermeidbar ist, dann nicht an einer Schlafzimmer- oder Wohnzimmerwand und immer mit entkoppelnden Elementen.
Kondensat: die Menge wird regelmäßig unterschätzt
Im Heizbetrieb entzieht die Außeneinheit der Luft Wärme. Dabei kondensiert Feuchtigkeit am Verdampfer, und bei jedem Abtauvorgang läuft dieses Wasser nach unten ab. Über einen kalten, feuchten Wintertag kommen so mehrere Liter zusammen, Tag für Tag über die gesamte Heizperiode.
Wenn dieses Wasser nicht weg kann, passiert im Winter genau das, was man nicht will: Die Fläche unter dem Gerät vereist, das Eis wächst nach oben in die Bodenwanne, und im Frühjahr steht dort eine Pfütze. Deshalb gehört unter jedes Fundament eine Kies-Sickerpackung, die bis unter die Frostgrenze reicht. Die Mindestgröße nennt die Planungsunterlage des Herstellers, und sie ist größer, als die meisten vermuten.
Leerrohre gehören ins Fundament, nicht in die nächste Baustelle
Zwischen Außeneinheit und Haus laufen Leitungen und ein Elektroanschluss. Wenn die Trasse erst gelegt wird, nachdem die Terrasse gepflastert und der Rasen angelegt ist, macht man beides wieder auf. Leerrohre kosten beim Aushub fast nichts und sparen später einen kompletten Arbeitsgang.
- Leerrohre in ausreichender Größe bis zur Hauseinführung mitverlegen, Enden verschließen und Position dokumentieren.
- Ein Reserverohr mitlegen. Der Aufpreis ist gering, und es wird erfahrungsgemäß gebraucht.
- Die Hauseinführung wird abgedichtet ausgeführt: Das ist die Stelle, an der später Wasser in den Keller läuft.
- Den Elektroanschluss stellt ein Elektrofachbetrieb her. Wir legen die Trasse und koordinieren den Termin auf Wunsch mit.
Was in ein vollständiges Angebot gehört
Damit Sie Angebote vergleichen können, hier die Positionen, die enthalten sein sollten. Fehlt eine davon, taucht sie später als Nachtrag auf.
- Aushub bis zur frostfreien Tiefe und Abtransport des Aushubs
- Verdichtete Tragschicht, lagenweise eingebaut
- Fundament aus Ortbeton oder gesetzten Fertigteilen, waagerecht ausgerichtet
- Kies-Sickerpackung für das Kondensat in der vom Hersteller geforderten Größe
- Schwingungsdämpfer zwischen Gerät und Fundament
- Leerrohre bis zur Hauseinführung, abgedichtet
- Wiederherstellung der Fläche rundherum, Rasen oder Kiesbett
Häufige Fragen dazu
Einen bundesweit einheitlichen Mindestabstand gibt es nicht, die Vorgaben stehen in der jeweiligen Landesbauordnung und in örtlichen Satzungen. Praktisch entscheidend ist ohnehin der Schallschutz: Der Abstand muss so groß sein, dass die Werte der TA Lärm am Nachbarfenster eingehalten werden. Klären Sie den baurechtlichen Teil vor dem Aushub mit Ihrer Gemeinde, den schallschutztechnischen mit dem Datenblatt der Anlage.